Worldwide Amateur Radio Station

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So fing es an……

Amateurfunkstation um 1951Man schrieb das Jahr 1946. Es sah trüb aus in Deutschland. Schwelende Trümmerhaufen und eine offenbar hoffnungslose Zukunft waren alles, was noch übriggeblieben war. Aber war es wirklich so? Eines stand fest, obwohl die Langdraht- und Zeppelinantennen verschwunden waren, lebte doch etwas weiter, was wir mit Stolz als „Ham-Spirit“ bezeichnen. Dieser Geist, von dem die meisten OM`s in der ganzen Welt beseelt sind, war zum Glück noch davongekommen. Aber es gab Widerstände, die es zu überwinden galt.

Kriegsende in Deutschland oder der Anfang nach 1945Es fanden sich Leute, die unter Trümmern in DL wahre Schätze endeckten und mit leuchtenden Augen die ausgegrabenen Gegenstände bewunderten, ähnlich Archäologen nach einer erfolgreichen Ausgrabung. Man endeckte hier und dort Gegenstände, die wohl vor einiger Zeit der deutschen Wehrmacht oder auch der US-Army noch Dienste geleistet hatten. Aus alten Widerständen, Kondensatoren und Röhren enststand in manchem Shak ein 0-V-1 und ein VFO mit einer Endstufe. So fing es auch in Offenburg auf dem 80-m-Band zu rumoren an.

Radio Hörer in den 1950er„Hallo Test“ klang es da aus manchem Radio, und der Besitzer war erfreut, endlich eine einwandfreie Musiksendung zu hören. Heute bezeichnen wir diese Erscheinung mit BCI, damals war der OM froh, BCI zu machen, und der Nachbar glücklich, einen Sender erwischt zu haben. So ändern sich die Zeiten. Obwohl es keine Rufzeichen gab, jedenfalls nicht offiziell, gab es doch Langdrahtantennen und Heizungsanlagen, die sich als brauchbare Strahler entpuppten.

Die erste Offenburger Station war schließlich unter dem Rufzeichen DK 9 OF tätig, und den schwäbischen Nachbarn, die diese Idee gehabt hatten, sei hier ein Denkmal gesetzt. DK 9 OF, der im Geburtsregister mit dem Namen Heinz eingetragen ist, war in der Luft und brachte bald andere OM-Herzen durch sein Wirken in Resonanz. So beteiligte sich ein Nachbar mittels Kurbelinduktor und FF-Kabel allabendlich an den Heinzschen OSO’s, was zwar romantisch war, aber kein Dauerzustand bleiben durfte. Auf alle Fälle hatte man sein Ohr wieder am Türspalt der Kurzwellen-Welt, und das war die Hauptsache.

Fieldday in den 1950er Jahren.Links DL6ITEs ging aufwärts in Deutschland! Stegbestände wurden gesichtet und hier und da wurde das Ticken eines Weckers sogar durch Sprache oder Musik ersetzt Wenn im VE oder DKE Worte wie „Dänemark, Kilowatt 9, Ontario, Frankreich“ zu hören waren, glaubte mancher biedere Rundfunkhörer, die Leistung seines Gerätes habe sich gewaltig gesteigert. Auch fernere Stationen schienen da zu sein, die dadaistisch sprachen und im Stile von Esperanto „tschirio“ und “ didididadida“ sagten. Der Anfang war gemacht, es mußte eine zivilisierte Ordnung geschaffen werden, zumal der brave Bürger wieder mit einem guten Rundfunkprogramm versorgt wurde.

Ehemalige DASD-Mitglieder hatten den „DARC – Französische Zone Baden“ ins Leben gerufen, der sogar behördlich genehmigt war. Der Weg war frei, auch in Offenburg die Interessenten zusammenzurufen und einen Ortsverband zu gründen. Ein Gründungsausschuß rief CQ und 13 Personen fanden sich am Abend des 20. Juli 1950 im „Durchbacher Hof“ ein. Die Geburtsstunde des OV Offenburg war gekommen. Neben Fritz Streit hatte sich auch OM Brender bemüht, den Anwesenden Sinn und Zweck des Amateurwesens klarzumachen. Die damalige Satzung wurde gebilligt, als OVV Fritz Streit gewählt. Aus dem wilden Häuflein war ein Ortsverband entstanden, der technische Unterrichtsabende und Morsekurse durchführte. Doch man wollte Lizensen, um ganz offiziell und ohne Befürchtungen auf den Bändern tätig zu sein. Dank gebührt an dieser Stelle der Oberpostdirektion Freiburg, die im November 1950 in Offenburg eine Lizens-Prüfung durchführte. Alle Anwärter bestanden, ab diesem Zeitpunkt gab es die ersten DL6..-Stationen in Offenburg.

Messe im Jahre 1955Nun ging es heiß her auf den Bändern. Als Ausgleich mußte unbedingt ein kühles Lokal her, in dem man einmal im Monat gemeinsam den Durst löschen konnte. Man wählte das Gasthaus „Zum Kalten Loch“, das kühlste, das man in der Stadt auftreiben konnte. In sinniger Fortführung des von den OM’s eingepflanzten Geistes mietete sich nach Auflösung des Lokals dort ein Spielwarengeschäft ein. Die Offenburger OM’s wurden vom OVV – Fritz Streit, DL 6 UD erzogen. Schöne Weihnachtsfeiern mit lebenden Nikoläusen und Tombolen wurden durchgeführt und belebten den OV – und die Kasse. Eine Club-Station in der Karzerstube des Turmes auf dem Schillergymnasium wurde eingerichtet. Ausflugsfahrten auf die Hausberge wurden unternommen, und schließlich wurde ein Ferienlager im Naturfreundehaus in Nordrach durchgeführt. Es waren Jahre der Freude, der Kameradschaft und auch der kurzwelligen Aktivität. Mit einem eigenen Stand auf der „Ortenauer Herbstmesse“ in Offenburg trat man an die Öffentlichkeit und zeigte erstmals allerlei selbstgebaute Geräte.

Die ganze Arbeit wurde nicht zuletzt durch die Initiative des OVV Fritz Streit beflügelt und trug bald Früchte. Die Mitgliederzahl wuchs, und man mußte auf Grund der geographischen Lage bald eine Teilung vornehmen. In einer Zeit als die 2-m-Tätigkeit in Offenburg sehr rege war, entstand schließlich der OV Lahr. Einige Jahre später gestattete die angestiegene Mitgliederzahl nach und nach die Gründung der Ortsverbände Renchtal, Kinzigtal und Kehl.

DL6UD Fritz DL6UG Rolf DL6UH Erich

Die ersten drei Ortsverbandsvorsitzenden von A11 Offenburg: DL6UD, DL6UG, DL6UH

Unser OVV, der jahrelang das Geschick des Ortsverbandes Offenburg in Händen gehalten hatte, gab eines Tages aus Gesundheitsgründen das Rennen auf und war nicht zu einer Wiederwahl zu bewegen. So wurde im September 1956 OM Rolf Bork – DL 6 UG – die Chance gegeben, sich gegen eine Wand von Individualisten, wie es Funkamateure nun einmal sind, zu behaupten. Wer aber glaubte, der junge OM Bork, gerade dem Zahnklempnerstudium entronnen, werde scheitern, der hatte sich gründlich getäuscht. Mit diktatorischem Charme oder charmanter Diktatur – wie man will – verstand er es, sich Respekt zu schaffen und seine Ziele durch knapp an der Grenze der Nötigung stehenden Druck zum Wohle des OV zu erzwingen. Er verlegte die Clubabende hin und wieder in Lokale der Umgebung, wobei auf angeschlossene Metzgereien größten Wert gelegt wurde, um auf dem Umweg über den Gaumenreiz das Interesse an der Geselligkeit des Clublebens wachzuhalten. So wirkte er zur Zufriedenheit der OM’s und zum Wohle des OV’s bis Mai 1958 erfolgreich als OVV.

erste Station von DJ3LT, 80m Transceiver, RX: SH6/ TX: VFO-BU-PA, 15 W Input, A+G3 ModulationBei den Neuwahlen wurde OM Stöß – DL 6 UH – als Vorsitzender gewählt. Neben seinem fachlichen Wissen als Studienrat kam dem OV auch die sprichwörtlich überdimensionierte Freizeit zugute. Er behielt nicht nur die bisher üblichen Veranstaltungen bei, sondern widmete sich auch der Ausbildung der Jugend. So wurden neben technischen Clubabenden auch Lehrgänge im Rahmen des Jugendbildungswerkes – heute Volkshochschule – durchgeführt. Der Bau von Peilempfängern wurde tatkräftig angeregt und es ist nicht mit Sicherheit festzustellen, ob die Qualität der Weißwürste, die zum Ham-Essen des OV Offenburg geworden waren – mit süßem Senf versteht sich – schließlich seinen Rücktritt bewirkten. So ergab es sich, daß OM Fritz Streit – DL 6 UD – im April 1959, nach einer denkwürdigen Wahl, in zähem Ringen mit sich selbst, schließlich doch erneut unser OVV wurde.

So konnte er zum 10-jährigen des OV Offenburg wieder CQ rufen. In Verbindung mit der Distriktstagung wurde das Jubiläum mit einem Mobilwettbewerb, einer Fuchsjagd und einem großen Hamfest begangen. Als besonderes Schmankerl wurde ein Vortrag über Transistortechnik angeboten, um die OM`s mit diesem neuen Bauteil vertraut zu machen.

Die Geselligkeit wurde wie bisher weiter gepflegtDie Geselligkeit wurde wie bisher weiter gepflegt. Es fanden Familientage z.B. auf der Renchtalhütte in Bad Griesbach und auf der Hütte der katholischen Jugend in Hofstetten bei Haslach statt. In letzterer wurde auch im August 1962 der OV Kinzigtal aus der Taufe gehoben. Auch gemeinsame Ausflüge wie auf den Hühnersedel standen auf dem Program. Im Jahre 1963 wurde Werner Hogenmüller DJ3LT zum OVV gewählt. Unter seiner Herrschaft erfüllte sich der lange gehegte Traum vom eigenen Clubheim. Bisher hatten die Lehrgänge zur Lizenz Prüfung oder technische Vorträge meist in von der Stadt angemieteten Schulräumen stattgefunden. Endlich hatte unser stetes Bohren zum Erfolg geführt, wenn auch nicht ganz ohne Vitamin B. Bürgermeister Eugen End war während des Krieges Funker und sein Spieß war Felix, DL1CU gewesen. Er war uns deshalb wohl gesonnen und besorgte zwei Räume im Ritterhaus – heute Museum. Sie sahen zwar aus wie eine Räuberhöhle aber die OM`s packten tüchtig zu. Wände wurden verputzt und tapeziert, Fenster und Türen gestrichen, der Boden abgeschliffen und gewachst. Die ersten Möbel bekamen wir von unseren Freunden vom VFDB, eine Wandtafel leihweise vom Schillergymnasium.

Hier der sogenannte BrettsenderAuch unter DJ3LT wurde die Tradition fortgeführt. Weihnachtsfeiern, Familientage, einmal auf der Haslacher Hütte mit DE-Prüfung, einmal auf der Biereck. UKW-Fielddays, Morse– und Technikkurse. Es wurden gemeinsam Transitorwandler für Mobilgeräte und DL6SW-Geräte für 2 m gebaut. Einmal waren 8 Mobilstationen aus Offenburg beim Mobilwettbewerb in Bruchsal am Start. Dabei kam auch der legendäre Brettsender zum Einsatz. Er war für 80 m, zweistufig quarzgeseuert, AM mit Kohlemikrofon im Kaffeesieb. Alles auf ein Brett geschraubt und hinten in der rechten hinteren Ecke eine kleine Pappschachtel aufgenagelt. Darin befanden sich die Quarze zum Frequenzwechsel. Abstimmung durch eine Fahrradbirne in Serie mit der Antenne. Diese war mit Schraubzwinge an der Stoßstange eines VW-Käfer befestigt.

Leider mußte unser OV-Heim bald wieder aufgegeben werden. Wir bekamen Ersatz im Grimmelhausengymnasium. Und zwar im Nebengebäude dem ehemaligen Kloster bzw. alten Notariat. Da es von vorne herein nur für vorbergehend war, wurde dort nichts hergerichtet und investiert. 1965 übernahm Tilo Regner DJ5JQ den Vorsitz. Am 26.11.1966 wurde der OV Kehl gegründet. Es war der 4. Ortsverband der aus dem OV Offenburg hervorgegangen ist. 1967 ließ sich Fritz Streit DL6UD nochmals breitschlagen bis er 1969 von Heinz Schneeberg DJ3OJ abgelöst wurde. Im Jahre 1970 feierten wir das 20-jährige wieder mit Distriktsversammlung, Fuchsjagd und VFDB-Mobilwettbewerb. Der Mobilwettbewerb zählte auch gleichzeitig für das Europabrückendiplom. OM Kuhnert DJ8XZ hatte als OVV von Kehl dieses Diplom mit ins Leben gerufen.

F5TN in Lons-le SaunierNachdem bereits 1969 DJ3LT bei einem Aufenthalt im französischen Jura erste Kontakte mit den OM`s unserer Partnerstadt Lons le Saunier geknüpft hatte, nahm am Hamfest zum 20-jährigen im „Haus Hubertus“ zum ersten Mal ein OM aus Lons, Daniel Gitton F2FC mit XYL und Harmonischer teil. Seit damals fanden regelmäßig jedes Jahr gegenseitige Besuche statt. 1971 wurde Erich Wawronowitz DK5GX zum OVV gewählt. Unter ihm erhielten wir ein neues OV-Heim in der Wilhelmstraße. Aber bevor wir dort einziehen konnten, mußten wir erst mal wieder gründlich zupacken. Es hatte gebrannt und monatelang hineingeregnet. Wir mußten also zuerst die Decken- und Dachkonstruktion instandsetzen und das Dach abdichten. Es folgte das Herausreißen der Trennwände und der alten Dielenböden. Der Kamin mußte abgefangen und untermauert, die Wasserleitung neu verlegt werden. Der Boden wurde isoliert, ein neuer Estrich eingebracht, neue Wände aufgemauert,verputzt und neue Decken eingebaut. Neue Türen, Fliesen und Malerarbeiten. Es war ein langer Weg aber er brachte auch die Gemeinschaft enger zusammen. Am 19.11.1972 war dann die Einweihungsfeier.

Der Artikel wird fortgesetzt.
[Artikel Werner H.]

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Bastelmaterial 1950’er

Besuch bei Rufenach in Heidelberg

Auch Mitte der fünfziger Jahre wurden noch weitgehend Geräte der ehemaligen Wehrmacht oder US-Army verwendet. Es gab zwar schon spezielle Amateurfunkgeräte z.B. von Hallicrafters oder Collins, aber die waren bei einem Kurs von 1 Dollar zu 4 DM für den Durchschnittsverdiener unerschwinglich. Die einzigen europäischen Geräte kamen von Geloso aus Italien. Sender und Empfänger, wie es sich damals gehörte, natürlich getrennt und pro Gerät ca. 800.– DM. Das war für den Normalverdiener immer noch zu teuer. Also war Selbstbau angesagt. Da auch Bauteile schwer zu bekommen waren, wurden alte Radio-Chassis ausgeschlachtet und spezielle Teile bei den wenigen Händlern wie Hannes Bauer in Bamberg oder Rufenach in Heidelberg bestellt. Da auch dort das Sortiment sehr klein war, fuhr der OV gemeinsam zu Rufenach nach Heidelberg um zu sehen, was es überhaupt gab. Die OM`s fielen dann bei Rufenach ein wie die Heuschrecken. Das Lager wurde durchstöbert auf die Regale geklettert und geschaut, was man brauchen konnte. So wurden auch Reste von alten US-Geräten oder defekte Feintriebe und flexibele Achskupplungen mitgenommen, um aus mehreren Teilen wieder ein Ganzes herstellen zu können. Wie stolz war man, wenn man z.B. eine Hf-Drossel ergattern konnte.

OV-Lokal 1956

Im Jahr 1956 war das OV-Lokal das Hotel Ries zum Ochsen in der Hauptstrasse. Es gab da einige Differenzen zwischen den Wirtsleuten. Die Wirtin hatte etwas geerbt und keine rechte Lust mehr, das Lokal weiter zu führen. Sie ließ dies die Gäste etwas spüren. Ob nun Zufall oder Absicht, OM Rappenecker DL6UL bekam zu seinem Kaffee anstatt Zucker ein Schälchen mit Pril serviert. Dies veranlaßte wiederum unseren Docki (Dr.Wolfgang Röckel), später DJ5JR, eine Birne aus der Lampe über dem Tisch herauszuschrauben, den Sockel mit etwas Silberpapier aus einer Zigarettenpackung zu umwickeln und die Birne wieder einzuschrauben. Erfolg, das ganze Lokal war dunkel und der Sicherungsautomat blieb einfach nicht drin, bis wir ein Einsehen hatten. Wie gesagt, die Lage war etwas gespannt und ein neues OV-Lokal mußte her. Unser damaliger OVV DL6UH wollte aber nicht so richtig. Daraufhin saß beim nächsten OV-Abend der OVV alleine mit drei Newcomern im Hotel Ries, die übrigen Om´s im Gasthaus Mayerhof. Dies veranlaßte OM Stöß zu einem Rundschreiben.

Liebe OM`s, der Streit um das OV-Heim droht zu einer gefährlichen Krise zu führen….

Aber in der Folge beruhigten sich die Gemüter wieder, das OV-Lokal wurde gewechselt, und der OVV.

Unser erstes OV-Heim

SchillergymnasiumDas erste OV-Heim befand sich im Turm des Schillergymnasiums. Der Zugang führte über den Dachboden direkt unter den Dachsparren. Während eines OV-Abends gab es, was ja mal vorkommen soll, beim Probieren einen Kurzschluß. Nun, es wurde dunkel und man dachte sich nichts Böses, höchstens, na ja die Sicherung ist durch, und beendete den OV Abend. Was man nicht wußte, die betagte Zuleitung bestand noch aus Eisendrähten, die in Lehrrohren durch den Dachstuhl führten. Als man nun den Heimweg durch den Speicherraum antreten wollte, knisterte es dort bereits. Durch den großen Leitungswiderstand war die Sicherung gar nicht durchgebrannt. Die Drähte in den Rohren glühten bereits wie ein Heizofen und der Teer der Isolation tropfte aus den Rohren. OM Stöß als Lehrer am Schiller für alles verantwortlich, raste wie eine Rakete in Richtung Zählerkasten. Dieser war jedoch abgeschlossen.
Wie damals noch üblich, waren die Zähler im Treppenhaus direkt auf die Wand geschraubt. Der Kasten bestand aus einem Zargenrahmen aus Brettern, ebenfalls an der Wand angedübelt und mit Türchen versehen. OM Stöß packte also die ganze Kiste und riß sie von der Wand, um an die Sicherung zu kommen. Bei dieser Aktion machten sich die in der Kiste gelagerten Ersatzsicherungen selbständig und rollten die ganze Treppe hinunter, was wiederum einen höllischen Lärm verursachte. Nach diesem Vorfall, den man natürlich nicht weiter erzählte, wurde das OV-Heim im Turm aufgegeben. Man war froh, daß man nicht das ganze Schiller abgefackelt hatte.

Weihnachtsfeiern

Weihnachtsfeiern in den 50ér

Weihnachten im Engel in den 1950érn

Weihnachten im Engel in den 1950érn

Berühmt waren auch die Weihnachtsfeiern des OV`s. Dabei gab es z.B. den Nikolaus, der die Om`s teilweise sogar in Form von Versen, ähnlich einer Schnitzelbank, durch den Kakao zog. Da noch ein Notizzettel mit Stichworten des Nikolaus vorhanden ist, sollen einige Histörchen kurz erzählt werden. OM Manfred DJ3ZF hatte einen kleinen Affen im Haushalt. Beim Saubermachen wurde die XYL Lieselotte DJ3ZFC von ihm in den Finger gezwickt. Vom Nikolaus kam dann prompt ein kleines Gedicht darin den Vers:
Die arme Frau man muß es wissen, wird auch noch vom Aff gebissen.

Kuchen DJ3LT

Kuchen DJ3LT

Zudem gab es meist eine Tombola. Einmal war der Hauptgewinn ein großer Karton mit der Aufschrift Spezial-Spulenwickelmaschine, der Inhalt ein Spinnrad. Ein anderes Mal war der Hauptgewinn eine Buttercremetorte von Frau Stöß höchstpersönlich gebacken. Gewinner war DJ3LT, der sie gleich einem guten Zweck zuführte. Er lud alle anwesenden XYL’s und YL`s dazu ein und spendierte noch den Kaffee dazu (siehe Foto links).

Vom Hochspannungskater

OM Heinz DL6UE hatte den Hochspannungsnetzteil für seine Endstufe im Fußraum des Schreibtischs untergebracht. Davor war eine Frontplatte, dahinter alles offen. Nun hatte er auch eine junge Katze, und neugierig wie Katzen sind, kroch sie hinter die Platte um nachzuschauen, was da so brummt. Dort kam sie mit ihrem Bauch an die obenliegenden Anschlüsse der Hochspannungselkos. Der elektrische Schlag erschreckte sie so sehr, daß sie zu pinkeln begann. Dies traf nun den Hochspannungtrafo, der sich daraufhin durch Kurzschluß verabschiedete. Die Katze kam wieder hervorgekrochen, entfernte sich leicht schwankend und wurde von da an nicht mehr gesehen.

So fing es 1946 an….

So fing es 1946 an

So fing es 1946 an

Man schrieb das Jahr 1946. Es sah trüb aus in Deutschland. Schwelende Trümmerhaufen und eine offenbar hoffnungslose Zukunft waren alles, was noch übriggeblieben war. Aber war es wirklich so? Eines stand fest, obwohl die Langdraht- und Zeppelinantennen verschwunden waren, lebte doch etwas weiter, was wir mit Stolz als „Ham-Spirit“ bezeichnen. Dieser Geist, von dem die meisten OM`s in der ganzen Welt beseelt sind, war zum Glück noch davongekommen. Aber es gab Widerstände, die es zu überwinden galt.

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